Actual works



The work of Giovalli uses transparent materials like PCV and synthetic resin.
One of the main concepts of this technique is to involve the third spacial dimension in work of art.



 
Left - Instalaltion `Secrets' with animation video (8'') 2011
Right - Instalaltion `1513' with animation video (11'') 2010








 Secrets
drawing on transparent polyethylen
Instalation locked in an transparent drawer
 for documents and letters

 35x23x135 cm
 2009









Secrets (detail), 2009









1513
drawing on ultraphan acetate film, 5 x 120 cm,
Instalation
locked in an transparent drawer
 for documents and letters
160 x 35 x 25 cm
2010








1513, (detail), 2010









Global explosion
Drawing on Polyethylen
70 x 100 x 15 cm
2011





Global explosion (detail), 2011







It's not a tree
Drawing on Polyethylen on mirror foil
70 x 100 x 6 cm
2011




It's not a tree (detail), 2011





Giovanna Valli in der Ausstellung:

Die Biennale in Venedig. Der italienische Pavillon in der Welt  - 150 Jahre Unitá  Italiana

Die Idee, die Kunstbiennale in Venedig im Rahmen der 150jährigen Jubiläums zur nationalen Einheit Italiens weltweit auszudehnen und ihre Grenzen zu öffnen, ist einmalig und wird vielleicht niemals wieder so vorkommen.
Zeitgleich mit der Eröffnung der Biennale wurde eine Auswahl von Kunstwerken  der  über den Globus verteilten italienischen Künstler in den 86 italienischen Kulturinstituten gezeigt. Und auf der Biennale in Venedig – immer noch trotz Frieze, Art Basel, Art Miami und Hongkong Art fair einer der bedeutendsten Kunstorte der Welt – werden 86 Filme über die Werke dieser Künstler aus 86 Nationen präsentiert. Dies ist eine grandiose Manifestation der Position italienischer Kunst heute in der Welt. Gerade in unserer Zeit, in der die Weltordnung sich in einer komplizierten Umbruchsphase befindet und viele Werte, die die Grundlage unseres humanitären Miteinander bilden, wie Rohre im Wind schwanken, ist ich eine solche Demonstration der Macht und der Kraft  künstlerischer Ausdrucksformen für bedeutsam und wichtig. Sind es doch gerade die Künstler, die zu allen Zeiten und in allen Situationen gewissermaßen  die Seismographen unserer gesellschaftlichen Befindlichkeit und unseres gesellschaftlichen Standortes  sind und deren wichtigste Aufgabe es ist und immer sein wird, Schwingungen, Strömungen, Realitäten, aufzugreifen, die  den einzelnen Menschen wie auch uns als Gesellschaft, betreffen, bewegen, verstören oder erregen.

Genau dies ist auch der Impetus der Künstlerin Giovanna Valli, eine von fünf Künstlern, deren Werke in der Ausstellung im Italienischen Kulturinstitut in München bis zum 31 Augst gezeigt werden. Ihr geht es bei ihrem Werk um Transparenz: Transparenz des einzelnen Individuums wie auch der Gesellschaft.

Giovanna Valli bedient sich in ihren Arbeiten in der Ausstellung folgerichtig eines transparenten Materials, der recyclebaren Flaschen aus Polyethylen, die zu Zigtausenden in der Welt mit Wasser oder anderen Getränken gefüllt verkauft werden. Ebenso arbeitet sie mit PVC, Ultraphan und Spiegelfolie.  Wie ein roter Faden zieht sich dieser Kunststoff durch die Arbeiten der Künstlerin. Die Ambivalenz dieses Materials faszinierte sie: einerseits  ist es mit seiner Transparenz, seiner Leichtigkeit und seiner ästhetischen Qualität für sie das ideale Material für ihr ideelles Anliegen und gleichzeitig ist es, arbeitstechnisch gesehen, für sie die Basis neuer Ausdrucksformen und eröffnet ihr die Möglichkeit, mit der dritten Dimension zu experimentieren. Andererseits überzieht dieses Material durch seine Unausrottbarkeit  unseren Planeten als Müll von unvorstellbaren Ausmaßen und ist durchaus kritisch zu sehen. Beiden Aspekten gibt sie in ihrem Werk Raum.

In der Ausstellung ist sie mit fünf Arbeiten vertreten: zwei Bodenskulpturen mit dazugehörigen Videos, drei Wand-Installationen und ein Video.

In der Bodenskulptur mit dem Titel „Secrets“ geht es um die Fragilität von Geheimnissen  oder um die Verletzung der Privatsphäre. Sie besteht aus 40 dreidimensionalen Zeichnungen auf Fragmenten aus Polyethylen, die in transparenten Plexiglas Schüben aufeinandergetürmt sind und die Fragilität von Geheimnissen verdeutlichen. Zu sehen sind darauf die Physiognomien von Personen, die die Idee des bewachten, archivierten und kontrollierten Individuums repräsentieren–  eben jenes gläsernen Menschen, der wir alle  fast heute schon sind  mit den archivierten Geheimnissen, den gesammelten Daten in den Verwaltungen, Krankenhäusern, Gefängnissen, im Internet, usw. Wir selbst müssen an uns heutzutage immer wieder feststellen, wie oft unsere Privatheit verletzt wird, sei es unsere persönliche oder die medizinische und wie oft unsere Daten mißbraucht werden. Das dazugehörige Video verdeutlicht diesen Gedanken und ist mit einer Musik unterlegt, die Unsicherheit und Gefahr insinuiert.

Die zweite Bodenskulptur mit dem Titel 1513 zeigt genau 1513 miniaturhafte Figuren, die auf ein nur 5cm hohes Ultraphanband gezeichnet sind, das 120cm lang ist, aufgerollt und wiederum in durchsichtigem Behältnissen zu sehen sind. Es handelt sich um Menschen in Alltagsituationen auf der Straße, beim Sport,  beim Fußball, musizierend, vor dem Arbeitsamt, aber auch das Vorhandensein von Krieg und religiöse Konflikten. Durch die Aufrollung  überlagern sich die Menschen, verlieren ihre Individualität und gehen optisch in einer vielfältigen Masse auf. Ungeheuer symbolträchtig, wie Valli hier mit dem Material spielt: die plastische Transparenz,  die sich quasi selbst dematerialisiert, ins Nichts auflöst….Auf dem dazugehörigen animierten satirischen Video sind einige Szenen unterlegt mit Musik von ihrem Sohn Giorgio Volkert und der Künstlerin selbst.

In einer ihrer neuesten zweiteiligen Wandinstallation ohne Titel überlagern sich 300 übereinander gelegte dreidimensionale auf Polyethylen gezeichnete Gesichter. Mit Spiegelfolie unterlegt reflektieren sie sich, es ergeben sich Verzerrungen und eine ganz eigene Ästhetik glänzender Transparenz. Formal zusammengehalten werden sie durch jeweils einen auf den Untergrund, entworfen Silhoutte eines Baumes auf den sie montiert sind, der neben dem ökologischen Gedanken auch den Gedanken an die unsichere Zukunft unserer Welt wachhalten soll. Im Vorbeigehen entsteht durch die aleatorischen Effekte die Illusion von Bewegung.

Die dritte Wandarbeit ist eine Ansammlung transparenter Wasserflaschen, die in ihrem Inneren menschliche auf Folie gezeichnete Figuren beherbergen. Eine Anspielung darauf, daß der menschliche Körper zu 75% aus Wasser besteht? Assoziationen zu Flaschenpost , die in unbekannten Welten anlandet, werden geweckt.

In ihrem Video La terzera Imagine, hören wir die Kraft und  den Ton des Windes wie Musik .Der Wind umspielt eine 4x8m große Polyethylenfolie  und vermittelt Bilder luzider Schönheit. Der Film entstand im Haus der Künstlerin in Narni und die Außenaufnahmen im mittelalterlichen Fort des berüchtigten Inquisitors des Kardinal Albornoz.

Giovanna Valli hat eine bemerkenswerte , ziemlich singuläre Position innerhalb der zeitgenössischen Kunstszene erobert: ihre Kunst ist luzide, humorvoll und gedankenschwer zugleich. Sie bedient sich eines sehr zeitgenössischen, ambivalenten Materials, dem in unserer Gesellschaft ein negatives Image anhaftet, des Kunststoffs, der in ihren Händen eine unvermutete ästhetische Qualität entwickelt. Mit ihrer Kunst gibt sie Zeugnis von den vielen Irritationen dieser unserer Welt.

Monica Poalas

5. 7. 2011







Video Art 1995 - 2011





Please click on the link below
:

La Terza Immagine,  25'', 2007


"...a video in which images are displayed on polyethylen sheets (800x400 cm) hit by gusts of wind rustling
sound of theese "pages" shakes with whipped exhibition space recorirng and humanity, our awn, in dange of extinction.''


Miriam Cristaldi, Genova




Further movies:

Secrets, animation, 8" (2011)

Storia d'Italia in due minuti, animation, 2" (1995 / 2011)

1513, animation, 11" (2010)

Europe on the road, 20" (2010)

Nothing to declare, documentrary about the artist Pier Giuglio Bonifacio, 40" (2007)

Eclipse - Destruction of a mural, Nürnberg, 20" (2000)

Sonnenfinsterniss, Odeonsplatz München, documentary, 20" (1999)

Jingle Bells and other short animations, 25" (1995)

Imperium, animation, 16" (1995)







Works 2004 -2008







Der gläserner Mensch - The man of glass (180x125x7 cm, 2004)

With 72 sheets of Agenda (15x19 cm) painted with the technique of Rorschach test on each one of  which is a human face drawn on transparent polyethylene (3D),
I would give schape to my idea of man seen not only by its 
exterior appearance but also by its ,inner live'.
The man has not only become ,transparent' because of the disclosure of his personal data,
but mostly due to the technological progress that allows to study the human body as if it were glass.
Probably in the future you can also read his thoughts. This would make it possible to prevent terrorism und eliminate torture.








 Quelli che furono- Those who they were
50 x 70 x 5 cm
Drawing on polyethylen, (3D)
 collage on fotomontage
(Colosseo di Piranesi)
2005






Hommage an Max Ernst
La prima foresta- The first forest
50 x 70 x 5 cm
Drawing on polyethylen (3D)
 acryl on paper
2009





     
Bla..Bla
3 x 50 x 50 x 5 cm
Drawing on Polyethylen (3D)
Triptychon
Acryl on paper
2009







Estetica di una guerra prevedibile
L'Albero dell' Accademia- The tree of the Academy
100 x 70 x 11 cm
Drawing on Polyethylen (3D)
2009






Wasser unterwegs - Water on the road
60 x 80 x 10 cm
Drawing on polyethylen (3D)
Acryl on paper
2010






Moto perpetuo
70 x 100 x 5 cm
Drawing on polyethylen
2010









Untitled, drawing on polyethylen,  50 x 40 x 8 cm, 2007

"...A work composed of dozens of bottles in which the artist created a symbolic army "uterine" inhabited by small,
cut,
 transparent human figures containing written chemical formulas and operations relating to focuses on a scientific research... antropocentric view,
 lost in the contemporary causes exuberant and elusive technological development.

But the approach of Valli creates also an excellent symbolic concept: here the element-transparent plastic material plays with the material inconsistency,
              to become a clear metaphor of the globalized society in which an irreversible process of "dematerialization"
 started to take place, to open a way to a new elusive matter running on data-trasmission networks."
Miriam Cristaldi (Il cittadino) Genova, 2007






      





Venezia Acqua Alta - Venice high water
50 x 70 x 5 cm
Drawing on polyethylen (3D)
Collage on paper
2007





A r t i s t

A  d  d  r  e  s  s